Unsere Seelen bei Nacht - Kent Haruf

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Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der seit dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst. (Klappentext)

Unsere Seelen bei Nacht habe ich bei Vorablesen endeckt und es hat mich sofort angesprochen, so dass ich mein Glück versucht habe und schließlich war es dann auch auf meiner Seite. Da ich vom Diogenes Verlag eher "anspruchsvolle" Literatur gewöhnt bin, hatte ich auch solche Erwartungen an den Roman und machte mich auf eine schöne Geschichte gefasst und wurde nicht enttäuscht.
Der Einstieg in die Geschichte war direkt und ich habe mich gleich sehr zurecht gefunden. Der Roman thematisiert, die Liebe zwischen zwei älteren Menschen, welche nicht ganz ohne Hindernisse funktioniert, ihre Geschichte und Alltägliches. Die Geschichte ist mit vielen Dialogen, in denen man sehr viel über die Charaktere erfährt, geschrieben, in denen Emotionen sehr gut rüber kommen, doch nichts desto trotz wird auch viel beschrieben, sodass man alles sehr gut bildlich vor Augen hat. Die Dialoge haben mich nachdenklich gestümt, berührt und mich auch mal zum schmunzeln gebracht. Oftmals habe ich beim Lesen nicht verstanden, warum sie auf Unverständnis sorgen und habe mich gefragt, warum Menschen sich so gerne in fremde Angelegenheiten einmischen. Man merkt auch durchweg, wie viel Mühe der Autor in die Geschichte gesteckt hat.
Die beiden Protagonisten Addie und Louis kamen sehr liebevoll und symphatisch daher, sodass man sie sehr gut verstanden hat und die Chemie zwischen ihnen von Anfang an gespürt hat, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln und immer wieder überraschen und von denen jeder eine eigene Geschichte hat. Durch die Rückblicke in ihre Vergangenheit versteht man auch, warum sie so sind wie sie heute sind.
Der Autor beschränkt sich auf wenige Worte und einfache Sätze, und der Roman liest sich trotz fehlender Ausführungszeichen leicht und einfach und brilliert meiner Meinung nach durch seine Nüchtern geschriebene Art. Dazu gefallen mir die kurzen Kapitel sehr gut.

Kent Haruf hat die Idee hier wunderschön umgesetzt und herausgekommen ist dabei ein Roman, geworden, der meiner Meinung nach trotz seiner Einfachkeit anspruchsvoll ist, kurzweilig und trotzdem länger in Gedanken bleibt mit liebenswerten Protagonisten, dazu schön ruhig, berührend, authentisch und romantisch, aber auf keinen Fall kitschig ist.

Vielen Dank an Vorablesen und Diogenes






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